"WISLY" - Kreationen auf den großen Showbühnen Londons.

Berlin/London

 

Ein gewöhnlicher Montagabend im Dezember ging zu Ende, als mich eine Nachricht aus London erreichte. Ich wurde von einer jungen Stylistin angeschrieben, die im Internet auf meine Pelzkreationen aufmerksam geworden war. Sie schrieb mich über die Plattform Instagram an. Sie erzählte mir, dass sie für die bekannte Nachwuchskünstlerin Stefflon Don, eine britische Rapperin, die mit der bekannten US- Sängerin Demi Lovato im vergangenen Jahr den Sommerhit „Instruction“ gelandet hatte, arbeite. Ich war in dem Moment erstmal richtig nervös und verwirrt und konnte nicht glauben, dass mich eine Stylistin, die für die großen Stars arbeitet, einfach kontaktiert. In der nächsten Nachricht kam sie dann ganz schnell auf den Punkt und sagte, dass sie Interesse an zwei von mir designten Pelzmänteln hätte, dass zwei große Events in London anstehen und die Künstlerin Stefflon Don in meinen Sachen großartig aussehen würde. Es ging einerseits um die „Mobo Awards“, die britische Musikpreisverleihung für Interpreten von Musik mit schwarzafrikanischen Wurzeln, die jährlich verliehen werden, und außerdem um das Große Hip-Hop Konzert „Who we be“ vom Musikdienst Spotify. Ich rief meine Beste Freundin in Leipzig an und fragte um Rat, da ich dem Ganzen sehr skeptisch gegenüberstand. Sie spornte mich schließlich an, zuzusagen und mein Vertrauen in die Stylistin zu setzen. Bereits gewohnt, dass es in der Modewelt sehr hektisch und verrückt zu und her geht, war auch dies eine sehr kurzfristige Anfrage. Nur drei Tage vor den Events standen die Zusagen und kurzerhand buchte mir das Künstlerteam Flugtickets nach London. Am nächsten Tag schon saß ich nervös im Flugzeug nach England. Wir trafen uns auf der Einkaufsmeile der Oxford Street und machten die Übergabe. Das Kennenlernen und die Übergabe dauerte gerade mal dreißig Minuten.

 

Ausgestochen von großen Labels wie "Burberry".

 

Zurück in Berlin verfolgte ich über das Internet das Geschehen rund um die beiden Events. Für die „Mobo Awards“ konnte sich meine Kreationen am Ende leider nicht durchsetzen, da ich kurzerhand von großen Modelabels wie „Burberry“ ausgestochen wurde. Die Stylistin schrieb mir nach der Awardverleihung und versicherte mir, dass es noch dazu kommen werde. Einige Tage vergingen und das große Hip-Hop Konzert stand an. Nichtsahnend lag ich im Bett, als die ersten Fotos im Internet von der Künstlerin in meiner Pelzjacke zu finden waren. Ich war sprachlos und konnte es nicht glauben. Ich war so glücklich darüber, dass ich die große Chance bekommen hatte, international mitmischen zu können. Normalerweise ist es nämlich üblich, dass die Designer den Künstlern nachrennen und sie anspornen, etwas von ihnen zu tragen. Im meinem Fall war es andersrum.